Wiesenpflege 2026
Über 80 Hektar Wiesen in über 70 zum Teil weit verteilten Einzelflächen bearbeiten die Kollegen der Landschaftspflege- und Naturschutzstation am Moritzburger "Lindengarten" Jahr für Jahr. Zum großen Teil handelt es sich dabei um Extremstandorte mit besonders schweren Arbeitsbedingungen aufgrund von Schäden durch das allgemein gegenwärtige Schwarzwild, durch Nässe und durch ausgefallene Flächengeometrien.
Mit der ein- oder auf manchen Wiesen auch zweimaligen Mahd sind sie im September - bis auf einzelne Restflächen - fertig geworden. Diese nach naturschutzfachlichen Gesichtspunkten extensiv gepflegten Wiesen liegen vor allem im Friedewald, in der Moritzburger Teichgebiet und in der Moritzburger Kleinkuppenlandschaft. Sie setzen sich aus dem NABU gehörenden und Pachtflächen zusammen. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Wiesen in Naturschutzgebieten, Flächennaturdenkmalen oder um besonders geschützte Biotope. Dort bestimmt das jeweilige Schutzziel den Zeitpunkt der Mahd. In speziellen Pflegerichtlinien sind die Art und Weise der Mahdtechnik oder wie auch die Zeitpunkte der Mahd festgelegt.
Unter den Wiesen werden auch besonders wertvolle Standorte heimischer Orchideen wie Dactylorhiza majalis (Breitblättriges Knabenkraut) und Dactylorhiza fuchsii (Fuchs` Knabenkraut) gepflegt. Dort ist beispielsweise eine Mahd natürlich erst nach der Samenbildung der Orchideen sinnvoll.
Ein ganz besonderes Artenschutzprogramm widmet sich der Erhaltung und der Pflege eines Standorts des in Sachsen vom Aussterben bedrohten Lungenenzians (Gentiana pneumonanthe) im NSG Dippelsdorfer Teich. Leider zeigt trotz aller Bemühungen die Bestandsentwicklung des Enzians bedrohlich nach unten; vor allem die Austrocknung des Bodens bedroht dieses letzte Vorkommen. Um dieses Vorhaben zu erhalten, sollen auch in diesem Jahr erneut weitere Maßnahmen aus anderen erprobten Projekten umgesetzt werden. Dazu gehören insbesondere händische Maßnahmen, wie Freistellen der Pflanzen und streifenweise Schlitzen des Bodens, um die interspezifische Konkurrenzsituation zu verbessern.
Im Herbst und im Winter stehen wieder andere Tätigkeiten wie die Pflege und Reparatur der strapazierten Technik sowie praktische Arten- und Biotopschutzprojekte auf der Tagesordnung. Dazu gehört die Anlage und Verbesserung von Lebensräumen für die Zauneidechsen, die Revitalisierung und Entschlammung von Kleingewässern, der Hecken- und Baumschnitt sowie die Neuanlage und Reparatur von Brutplätzen für Weißstörche, Eulen und Fledermäuse.

